Was machen wir?

Wie ein Projekt-Tag abläuft

Wir kommen zu euch bzw. zu Ihnen in die Schule. Ein Projekt-Tag dauert drei bis sechs Stunden, je nachdem, wie viel Zeit für uns eingeplant werden kann.
Drei Stunden brauchen wir allerdings mindestens, um dem Thema genug Raum zur Entfaltung und zum Besprechen zu geben. Das zeigt unsere langjährige Erfahrung (seit 2004) in den unterschiedlichen Schulen und Klassenstufen.

Für die Durchführung des Projektes stellen wir ein dreiköpfiges Team zusammen:
Eine im psychosozialen Bereich professionell tätige Person, sowie zwei psychiatrieerfahrene Menschen.

Erst im Laufe des Projekt-Tages werden die Schülerinnen/ Schüler erfahren, wer die Experten in eigener Sache sind.

Am Anfang des Projektes sensibilisieren wir zunächst allgemein für das Thema.
Wir erfahren so, wie die Schülerinnen/ Schüler zum Thema stehen und können uns im weiteren Verlauf besser auf sie einstellen.

Sofern uns ausreichend Zeit zur Verfügung steht, arbeiten wir auch gerne mit kleinen Gruppen. Nach einer Bearbeitungszeit stellen die Gruppen ihre Ergebnisse in einer selbst gewählten Form dar. Dies geschieht meist in Form von Rollenspielen und ist daher ein sehr lebendiger Teil des Projekt-Tages.

Als Kernstück des Projekt-Tages berichten die beiden Psychiatrie-Erfahrenen aus ihrer Lebensgeschichte, insbesondere von ihren Erlebnissen während ihrer psychischen Krisen und versuchen auf diese Weise, den Schülerinnen/ Schülern einen Einblick zu geben, was eine Krise oder auch so genannte psychische Erkrankung dem Erleben nach ist. Auch was individuell als hilfreich erlebt wurde, wird möglichst berichtet.

Die Schülerinnen/ Schüler dürfen alle sie thematisch oder persönlich interessierenden Fragen stellen, was auch meist sehr ausgiebig getan wird.

Bisherige Erfahrungen mit der Durchführung der Projekte

In unserer langjährigen Erfahrung mit der Durchführung von Projekten haben wir seitens der Schülerinnen/ Schüler großes Interesse an dem Thema erlebt, insbesondere an den sehr persönlichen Lebensgeschichten und auch viel Dankbarkeit für unsere Offenheit.
Häufig wurde angemerkt, dass dies ein Thema ist, dass ansonsten nicht in der Schule besprochen wird.

Was die Lehrerinnen/ Lehrer betrifft, haben wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht: von großer Aufgeschlossenheit und Unvoreingenommenheit bis hin zu Ängsten und Bedenken, uns einzuladen.
Gerade wenn psychische Probleme einzelner Schülerinnen/ Schüler bekannt sind, besteht oftmals die Befürchtung, dass durch unser Projekt etwas aufgewühlt wird, das nicht aufgefangen werden kann.
Wir bieten in der Tat keine Krisenintervention an. Selbstverständlich aber achten wir während eines Projektes auf die Stimmung in der Gruppe oder auf Einzelne und besprechen unsere Beobachtungen ggf. anschließend mit der Klassenlehrerin/ dem Klassenlehrer.
Wir haben nie erlebt, dass ein Projekt-Tag eine Krise hervorgerufen oder verschlimmert hat. Einzelne haben uns in der Abschlussrunde erzählt, dass sie sich vielleicht aufgewühlt, aber gleichzeitig auch gestärkt fühlen.

Warum wir das Projekt durchführen

Wir nehmen an, dass Wissen um psychische Krisen und Offenheit gegenüber der Thematik eine präventive Wirkung haben kann.
Gerade im Lebensalter der Kinder und Jugendlichen lässt sich das Ziel der Prävention psychischer Probleme gut mit dem Ziel der Anti–Stigma–Arbeit koppeln. Mit Anti-Stigma-Arbeit meinen wir, dass wir versuchen, Vorurteilen mit Informationen und persönlichen Erfahrungen zu begegnen.

Die Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche den Großteil ihrer Zeit verbringen und dort alle möglichen eigenen Erfahrungen machen mit dem geltenden Normsystem, demnach auch mit dem Anderssein und ggf. sogar mit Ausgrenzung. Wir gehen davon aus, dass Ausgrenzung krank machen kann.

Daher ist es uns wichtig, frühzeitig mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch darüber zu kommen, welche Erfahrungen sie damit haben und wie man Anderssein auch positiv erleben oder bewerten kann.

Was kostet die Durchführung eines Schulprojektes?

Mit der Durchführung eines Projekt–Tages an eurer/ Ihrer Schule sind keine Kosten verbunden.

Wir nehmen allerdings eine kleine „symbolische“ Aufwandsentschädigung von den Schülerinnen/ Schülern in Höhe von einem Euro. Wahlweise können sie auch ein Frühstück bereiten und uns dazu einladen. Diese Variante hat sich atmosphärisch als sehr angenehm erwiesen.